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Hechingen, Ethos als Ausstellung

Die Kaufmännische Schule in Hechingen stellt sich aktueller Diskussion

 

 

 

Bericht im Zollern-Alb-Kurier, 10. Oktober 2014

 

Die Kaufmännische Schule Hechingen eröffnete die in ihren Räumen gezeigte Weltethos-Ausstellung. Walter Lange von der Weltethos-Stiftung führte Schüler des Wirtschaftsgymnasiums in die Thematik ein.

 
Er rief dazu auf, sich mit den Weltreligionen und ihrer gemeinsamen Basis zu beschäftigen. Schulleiter Norbert Speidel und Ethik-Lehrerin Uta Rowe, die federführend die Ausstellung organisiert hat, hoben zu Beginn die Bedeutung ethischer Leitlinien gerade für die Schule hervor. „In unserer Schule kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen und mit verschiedenen Religionen zusammen. Dies kann nur auf der Basis von Toleranz, Akzeptanz und Nächstenliebe funktionieren“, sagte Speidel.

Uta Rowe machte deutlich, wie stark das in der Schule vermittelte Wirtschaftswissen eines Werte-Fundamentes bedürfe. „Dieses Werte-Fundament ist alles andere als selbstverständlich – Verletzungen finden sich sowohl hier als auch anderswo, im Großen wie im Kleinen“, gab Rowe zu bedenken. Die Weltethos-Idee biete mit der Betonung der Gemeinsamkeiten der Religionen die Chance eines gemeinsamen Wertefundamentes, das das Zusammenleben der Menschen friedlicher gestalten könne.

 

»Ich möchte hier keinen Vortrag halten, sondern mit Ihnen ins Gespräch kommen«, eröffnete Walter Lange dann seine Einführung in das Weltethos-Thema. Die Relevanz verdeutlichte er anhand verschiedener thematischer Bausteine, die konkret und schülernah ausgewählt waren. Themen wie »Sexting«, »Gier«, »Lüge« oder »IS-Terror« stießen bei den Schülern auf reges Interesse.

 

Die Weltethos-Idee, die auf den Tübinger Theologen Hans Küng zurückgeht, habe eine Antwort darauf, wie es zu einem friedlichen Zusammenleben der Menschheit kommen könne. »Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch keinem anderen zu! Diese Goldene Regel bildet den Mittelpunkt aller Weltreligionen«, sagte Lange und forderte die Schüler dazu auf, sich religiöse Kompetenz anzueignen und das Gemeinsame der unterschiedlichen Religionen zu erkennen. »Es wird keinen Frieden zwischen den Nationen geben, wenn es keinen Frieden zwischen den Religionen gibt«, gab Lange den Schülern mit auf den Weg.

 

Die Schüler der Kaufmännischen Schule haben bis zum 7. November die Möglichkeit sich anhand über die in der Schule aufgehängten Tafeln mit den sechs Weltreligionen zu beschäftigen. Dargestellt werden die großen Leit- und Stifterfiguren sowie zentrale heilige Texte. Für auswärtige Gäste ist der Besuch nach vorheriger Anmeldung jederzeit möglich.

 

 

  Zeitplan der Schule zum Projekt »Weltethos-Ausstellung«

  30 Weltethos-Zitate