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Projekt »Engel der Kulturen«

Kirchentag in Hamburg – am Donnerstag, den 2. Mai 2013 eröffnet Bischöfin Fehrs um 11 Uhr das Zelt Abrahams in Blankenese. Das Zelt steht vor der Blankeneser Kirche am Markt. Der Name bezieht sich auf Abraham, der für Juden, Christen und Muslime als Stammvater des Glaubens gilt. Und so laden die jüdische Gemeinde Pinneberg, die islamische Gemeinde Schnelsen-Eidelstedt und die evangelisch-lutherische Gemeinde Blankenese gemeinsam in das Zelt ein und möchten »abrahamische Gastfreundschaft« gewähren und ein Zeichen des friedlichen Miteinanders der Religionen setzen.   Schon lange besteht eine enge Zusammenarbeit dieser drei Gemeinden. Das Zelt Abrahams lädt ein, nicht über die jeweils anderen zu reden, sondern mit ihnen. Die Besucher können sich informieren, miteinander ins Gespräch kommen und sich dabei auch mit kleinen Köstlichkeiten aus den drei Gemeinden stärken.

 

 

Am Freitag, den 3. Mai wird um 15 Uhr der »Engel der Kulturen« als Bodenintarsie auf dem Gelände der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Blankenese verlegt. Bei dem Engel handelt es sich um ein Kunstprojekt des Ehepaares Carmen Dietrich und Gregor Merten. Die beiden Künstler haben die Symbole der drei abrahamischen Religionen – den Halbmond, den Stern und das Kreuz – zueinander in Beziehung gesetzt und in einer Kreisform angeordnet. In dieser Form, in der die Symbole klar erkenntlich, aber doch zurückgenommen in den Innenkreis hineinragen, ergibt sich in der Innenform ein Engel. Er macht deutlich: keine Gruppe kann herausgelöst werden, ohne dass erkennbar alle anderen mit beschädigt werden. Ein Freiraum für das Miteinander entsteht nur durch eine klare aber bescheidene Positionierung der jeweils eigenen Kultur oder Religion.

 

Für das Künstlerehepaar lautet die Botschaft: »Wir leben in einer Welt. Wir lassen einander zu und geben uns gegenseitig Raum zur Entfaltung. Mitmenschlichkeit und Achtung vor der Schöpfung prägen die von allen gebildete Mitte. Wir sind einander verbunden und werden nur gemeinsam und friedlich die Zukunft gestalten können.«

 

Die Kirchengemeinde Blankenese trägt diese Botschaft mit und setzt mit der Verlegung des »Engels der Kulturen« ein sichtbares Zeichen für den interreligiösen Dialog. Dementsprechend wird die Aktion abgeschlossen mit einem gemeinsamen Gottesdienst von Juden, Muslimen und Christen in der Blankeneser Kirche am Markt. Statt des traditionellen Feierabendmahls, das zu dem Zeitpunkt hamburgweit auf dem Programm des Kirchentages steht, wird es ein interreligiöses Brotbrechen geben: alle sind eingeladen, den »Engel der Kulturen« als Brot miteinander zu brechen, zu teilen und seine Idee aufzunehmen.

 

Klaus-Georg Poehls

klaus.poehls@blankenese.de