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Nur das Miteinander hat Zukunft!

Erklärung der Stiftung Weltethos aus Anlass der Jubiläumsveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen der Stiftung
am 2. 12. 2015 in Tübingen



Wir leben in unruhigen Zeiten. Wir erleben tödliche Bedrohung durch gewaltbereite und ideologisch verblendete Fanatiker, Attentäter, Terroristen. Verunsicherung, Misstrauen und Angst breiten sich aus, belasten das Zusammenleben der Menschen und verdrängen Zuversicht und Wohlwollen. Zudem stellen uns Migration und Integration vor ungeahnte Herausforderungen.

Im Namen der Menschlichkeit und im unbedingten Respekt vor dem Leben reiht sich die Stiftung Weltethos ein in die zahlreichen Stimmen des Protestes – national und weltweit – gegen rücksichtsloses Morden und Misshandeln, das vielerorts und immer wieder im Namen der Religion geschieht. Gewalt als Gesicht einer Religion verlangt unmissverständliche Kritik. Wo immer im Namen von Religion zu Gewalt aufgerufen oder diese legitimiert wird, wird Religion missbraucht, instrumentalisiert und in ihr Gegenteil verkehrt. Weltanschauungen und Religionen sind mehr denn je gefordert, ihre Friedens– und Versöhnungsressourcen zu mobilisieren auf dem Weg in eine verantwortungsvolle und friedliche Zukunft.

Wir alle sind herausgefordert, eine menschliche Gesellschaft der Zukunft mit zu gestalten. Dabei kommt es ganz wesentlich darauf an, das Bewusstsein für gemeinsame, unverzichtbare Werte zu stärken als Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben: Achtung vor dem Leben, Gerechtigkeit in den Lebensverhältnissen, Solidarität zur wechselseitigen Stärkung, Wahrhaftigkeit im Reden und Tun, Gleichberechtigung in den Beziehungen sowie Freiheit in sozialer Verantwortung.

Dies bedeutet keineswegs die Vielfalt der Kulturen und die Besonderheiten eines jeden Individuums zu ignorieren oder zu nivellieren. Doch Einheit in Vielfalt braucht auch ein gemeinsames ethisches Fundament. Die Idee des Weltethos eint die Menschen im Bemühen um Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz.

 

Gemeinsam sind wir alle gefordert, Voraussetzungen für ein verträgliches Miteinander zu schaffen: in Kindergärten und Schulen, an den Universitäten und Hochschulen, am Arbeitsplatz und in Unternehmen, in Behörden und sozialen Einrichtungen, in den Freizeitvereinen, in den Begegnungen des Alltags.

Die Stiftung Weltethos appelliert an alle Menschen, sich nicht von Angst, Hass, Vorurteilen und Feindbildern bestimmen zu lassen, sondern sich auf den Weg der Toleranz, der Achtung, der vertrauens- und respektvollen Begegnung, der Verständigung und des Dialogs zu begeben.


Und dabei stehen wir nicht am Nullpunkt. Was über Jahrzehnte an Verständigung in interreligiösen und interkulturellen Begegnungen und Dialogen ermöglicht und grundgelegt wurde – durch NGOs und Religionsgemeinschaften, aber auch durch Aktivitäten und Projekte der Stiftung Weltethos – hat vielerorts ein Fundament geschaffen, auf dem aufgebaut werden kann.


Das Wirken und Engagement der Stiftung Weltethos ist heute auf viele Weise gefragt. Dazu sind und bleiben wir auf Ihre Unterstützung, Ihre Förderung und Ihre Mithilfe angewiesen. Machen Sie sich mit uns auf den Weg in eine gemeinsame und friedliche Zukunft!

 

 

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