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Die Ausstellung in der Hohenbergschule in Rottenburg a. N.

Erkenntnis der Religionen – Die Goldene Regel leben

Text: Hohenbergschule

 

Mit einer kleinen Feier wurde am Freitag, 27. Februar 2015 die Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“ eröffnet, zu der Rektorin Frau Kuchler mehrere geladene Gäste begrüßen konnte, u. a. Frau Loeben vom Staatlichen Schulamt Tübingen, Herrn Dr. Frühbauer, Frau Ruge-Lang und Herrn Lang vom Weltethos-Institut bzw. von der Stiftung Weltethos, Herrn Geppert und Herrn Weigel von der Stadtverwaltung Rottenburg, die Elternbeiratsvorsitzende unserer Schule, Frau Gürcan sowie Herrn Diehl und Herrn Mesick als Vertreter unseres Schulfördervereins. Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hat Herr Oberbürgermeister Neher übernommen.

 

 

Dr. Johannes Frühbauer, Bereichsleiter Weltethos und Gesellschaft der Stiftung Weltethos

 

 

In den Mittelpunkt ihrer Ansprache stellte Frau Kuchler die notwendige Suche nach den Gemeinsamkeiten, nach einem toleranteren, friedvolleren Miteinander. In unserer unruhigen Welt soll eine solche Ausstellung für eine weltweite Verständigung auf kulturübergreifende gemeinsame ethische Werte in allen Lebensbereichen werben: in Politik, Wirtschaft, Kultur, Schule und im Alltag. Eine wichtige Botschaft der Ausstellung ist die Tatsache, dass in sich in allen Weltreligionen eine gemeinsame Erkenntnis, nämlich die Goldene Regel findet:
»Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu!«

  Und damit diese Goldene Regel möglichst vielen Angehörigen unserer »Schulfamilie« deutlich wird, in der 31 verschiedene Nationen und unterschiedliche Religionen, Große und Kleine gemeinsam lernen und arbeiten, hatte Frau Kuchler die 15 großen Plakate der Ausstellung um ein weiteres Plakat ergänzt, das den Wortlaut der Goldenen Regel für jeden Besucher unübersehbar hervorhebt.

 

 

 

Für den musikalischen Rahmen sorgte der neue Schulchor mit Schülerinnen und Schülern der Klassen 2–7, angeleitet und begleitet von Frau Conzelmann und Frau Kugler. Die Lieder waren mehr als eine bloße Umrahmung, denn sie spiegelten auf hervorragende Weise das Anliegen der Ausstellung wider und verdeutlichten es, was bereits aus ihren Titeln und Refrains hervorgeht:

 

Überall auf dieser Erde

Bitte hör nicht auf zu träumen

Geh mit mir, damit es wahr wird – Wenn alle Kinder dieser Welt zusammenstehn

 

 

 

 

Für das Organisationsteam der Ausstellung (Frau Kugler, Herr Kraus und Herr Reichart) erläuterte der Ethiklehrer Herr Wegerer, wie es im Herbst 2014 zu dem Entschluss kam, diese Ausstellung an die Schule zu holen. Erst im neuen Jahr beschloss die Gesamtlehrerkonferenz der Hohenbergschule, die Ausstellung nicht nur als ein schulinternes Angebot zum Lernen und Nachdenken zu nutzen, sondern auch die Öffentlichkeit der „Schulgemeinde“ und der Stadt auf die Möglichkeit zur Beschäftigung mit dem Thema „Weltethos“ hinzuweisen.

 

Der Auslöser dafür war ein rassistischer Angriff auf zwei afrikanische Frauen mitten in Rottenburg und die Art und Weise, wie zunächst die zufällig anwesenden Passanten und wenige Tage später – kurz vor Weihnachten 2014 – eine große Zahl von Teilnehmern einer Kundgebung auf dem Rottenburger Marktplatz auf dieses Geschehen reagierten. Die deutlichen Worte des Rottenburger Oberbürgermeisters bei seiner Ansprache auf dem Marktplatz an diesem Abend führten dazu, dass für Eltern, Lehrer und Schüler die Frage aktuell wurde, ob wir nicht auch in unserer Schule und in unserer Stadt ein gemeinsames „Lokal-Ethos“ brauchen. Vielleicht wäre es vom Organisatorischen her einfacher gewesen, mit verschiedenen Klassenstufen-Chören zu proben, aber den Beteiligten war es wichtig, auch bei dieser Gelegenheit das Gemeinsame einer Schule zu betonen, die auch in der Zukunft eine Schule für Groß und Klein, eine Schule für die Klassen 1–10 sein möchte.

 

Herr Dr. Frühbauer von der Stiftung Weltethos führte alle Gäste der Veranstaltung in die Ausstellung ein. Auf anschauliche Weise erläuterte er die Bedeutung der Religionen mit dem Hinweis auf Spielregeln, die jeder von Karten- oder Gesellschaftsspielen kennt. Er kam auf die bildliche Darstellung der Gottheiten verschiedener Weltreligionen zu sprechen und sogar darauf, dass sich das Bilderverbot im Christentum und im Islam unterschiedlich entwickelt und ausgewirkt hat. Gemeinsam mit den sehr aufmerksamen Schulchormitgliedern erarbeitete Dr. Frühbauer die Bedeutung der auf mehreren Plakaten zu sehenden Hände als Symbole für zwischenmenschliche Beziehungen.

 

Dem in Vertretung von Oberbürgermeister Neher anwesenden Bürgermeister Weigel gelang es in seiner Ansprache sehr schnell, das Interesse insbesondere der fußballbegeisterten Schülerinnen und Schüler zu wecken, die die Aufforderung »Respect« als Fußballdress-Aufdruck kennen. Dass der gegenseitige Respekt – auch vor Anderen und Anderem – nicht nur innerhalb eines sportlichen Wettkampfs, sondern auch insgesamt in unserer Gesellschaft eine wichtige Voraussetzung fürs Zusammenleben ist, konnten alle Zuhörer schnell nachvollziehen.


Der Geschäftsführende Schulleiter der Rottenburger Schulen, Herr Kohler, der u. a. auch an und für die Hohenbergschule arbeitet, machte den Schülerinnen und Schülern mit seinem Grußwort bewusst, wie viele Wörter sie für den Ausdruck »Respekt« bereits kennen und machte somit auch den erwachsenen Zuhörern klar, in welchen Zusammenhängen Kinder und Jugendliche Erfahrungen mit diesem Begriff haben.


Zum Abschluss, bevor Rektorin Frau Kuchler die Gäste noch zu Hohenberg-Apfelsaft einlud, den Schülerinnen und Schüler unserer Schule in einem Unterrichtsprojekt selbst hergestellt haben, bedankten sich alle Gäste mit einem herzlichen Applaus bei den Mitgliedern des Schulchors und bei Frau Conzelmann und Frau Kugler für die erfrischenden Lieder, die diese Feier zu einer kurzweiligen Angelegenheit gemacht haben.