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Die Ausstellung in der Franziskanerkirche in Ingolstadt

5.–27. Juli 2015

 

Das Gemeinsame suchen – den Frieden finden

Walter Lange vom »Projekt Weltethos« zeigte Wege des interreligiösen Dialogs (7. Juli 2015)

 

Bericht und Bilder von Raymund Fobes

 

 

Ein Bewusstsein für das Gemeinsame in den Religionen vermag Frieden zu schaffen. Deutschlands Altkanzler Helmut Schmidt war davon überzeugt und plädierte deshalb dafür, »den Menschen von den gemeinsamen Wurzeln der Religionen zu erzählen.« Genau dieses gemeinsame Kennenlernen steht auch im Zentrum des vom Theologen Hans Küng ins Leben gerufenen »Weltethosprojektes«, zu dem bis zum 26. Juli in der Franziskanerkirche eine Ausstellung stattfand.

 

Bereits bei der Eröffnung am 5. Juli war Walter Lange von der Stiftung Weltethos dabei, einen weiteren Vortrag hielt er bei der Stadtkirche Ingolstadt am 7. Juli. Am Vormittag hatte er gemeinsam mit 120 begeisterten Zehntklässlerinnen vom Gnadental diskutiert. Lange, der mehr als 40 Jahre lang Lehrer für katholische Religion und Französisch war und seit vielen Jahren Referent bei der »Stiftung Weltethos« ist, erinnerte vor allem an die sogenannte »Goldene Regel«, die in dem Sprichwort »Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg‘ auch keinem anderen zu« ausgedrückt wird und Bestandteil aller Religionen ist. Im Neuen Testament finden wir sie in der Bergpredigt, ursprünglich stammt sie vom chinesischen Philosophen Konfuzius.

 

 

Von links: Camilla Hering, Direktorin des Gnadenthal-Gymnasiums,
Walter Lange, Schwester Maria von den Paulusschwestern und
KEB-Geschäftsführer Rudi Schmidt
 

Ganz konkret betrachtete Lange auch in dem sehr lebendigen Vortrag einzelne Gebote aus dem Dekalog. So fordert das Tötungsverbot zur Ehrfurcht vor dem Leben auf. Lange wies mit Sorge darauf hin, dass gerade auch aus Deutschland junge Leute, denen es an Orientierung fehlt, zu radikalen Islamisten werden. Der Appell »Handle ehrlich und fair« steckt in dem Gebot »Du sollst nicht stehlen«. Neben der skrupellosen Steuerhinterziehung von Superreichen prangerte Lange auch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen von Menschen in armen Ländern an, wodurch wir hierzulande billig einkaufen können. Ebenso rief Lange dem Gebot »Du sollst nicht lügen« entsprechend zur Wahrhaftigkeit und Authentizität auf, gab aber auch die Empfehlung: »Alles, was du sagst, muss wahr sein, doch musst du nicht alles Wahre sagen.«

 

Wenn auch Lange in seinem Vortrag dazu aufforderte, die Gemeinsamkeiten der Religionen zu erkennen, so warnte er jedoch vor Gleichmacherei. Ganz im Gegenteil: Um gut diskutieren zu können, müssen wir die Wurzeln unseres Glaubens kennen.

 

 

 

Interview mit Walter Lange in Radio K1 (Ingolstadt):