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Scholl-Gymnasium eröffnet Weltethos-Ausstellung

Tauchaer Bildungseinrichtung arbeitet seit zehn Jahren mit Tübinger Stiftung zusammen
Referent sucht Dialog mit den Schülern

 

Bericht in der Leipziger Volkszeitung, 31. Mai 2013

 

Taucha. Zum zehnten Mal jährte sich gestern die Zusammenarbeit des Tauchaer Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit der Stiftung Weltethos für interkulturelle und interreligiöse Forschung, Bildung und Begegnung. Aus diesem Anlass wurde gestern Vormittag in der Aula wieder eine schulinterne Ausstellung zu den Themen Weltreligionen, Weltfrieden und Weltethos eröffnet. "Es geht um Weltoffenheit, darum, Toleranz zu zeigen und Andersdenkende zu akzeptieren. Es geht um das Miteinander von Religionen und Atheismus. Die Schüler sollen ermutigt werden, sich zu öffnen, ihre Meinung zu sagen und sich mit Meinungen anderer auseinanderzusetzen, aber immer auf einer von gegenseitigem Respekt geprägten Ebene", erläuterte Schulleiterin Kristina Danz das Anliegen der Ausstellung.


Als Gast war erneut aus Nordrhein-Westfalen der katholische Religionslehrer Walter Lange gekommen. Der 64-Jährige unterrichtet an einer Gesamtschule und ist zugleich als Referent für die in Tübingen ansässige Stiftung unterwegs. In zwei Durchgängen sprach er vor rund 100 Tauchaer Schülern aus den vier zehnten Klassen sehr lebensnah und praxisorientiert unter anderem über die Themen Religionen und deren Wurzeln, über Informationsflut in der Mediengesellschaft, über Mobbing und Lügen in den Schulen. Dabei suchte er sofort den Dialog mit den Schülern, die interessiert lauschten und sich alsbald auf sein Frage- und Antwortspiel einließen. »Kein Frieden zwischen den Nationen ohne Frieden zwischen den Religionen, stimmt der Satz?«, will Lange wissen und provoziert so Meinungsäußerungen.


Doch nicht nur die Schüler hörten sehr aufmerksam zu. Auch Ethik-Lehrer Heiko Temper war vom fesselnden Vortrag Langes begeistert: »Er macht das nicht abstrakt, sondern geht auf die Lebenswelt der Schüler ein.« Lange beschwor zum Beispiel das Recht eines jeden, einfach mal Ruhe haben zu dürfen, und sei es nur eine Stunde dazusitzen und überhaupt nichts zu tun, nicht erreichbar zu sein. Auch da traf er den Nerv. Ein Zehntklässler gestand, die Nase von der ständigen Erreichbarkeit voll zu haben und das Handy eben einfach auch mal auszuschalten.


Hintergrund dieser Veranstaltung ist die Tatsache, erzählt Temper, dass sich seit zehn Jahren einmal im Jahr Ethik- und Religionslehrer aus Sachsen und Nordrhein-Westfalen zum Gedanken- und Meinungsaustausch treffen. »Wir alle wollen helfen, die Kinder auf das Leben vorzubereiten, das ist der gemeinsame Nenner«, erklärte der Ethik-Lehrer.

Olaf Barth

 

Heiko Temper, Fachlehrer für Ethik

 

Weltethos: »Vom Reichtum der Religionen lernen«

Bereits zur Traditionsveranstaltung geworden, referierte am Donnerstag, dem 30.05.2013, zum zehnten Mal Herr Lange vor den Schülern der Jahrgangsstufe 10 über Probleme, die mit der Lebenswelt der heutigen Jugendlichen zu tun haben.

Die Schüler diskutierten nicht nur darüber, ob es normal sei: 200 SMS am Tag zu verschicken!?  Und wann eine Sucht beginnt? Es ging auch um Themen wie Burn-out, Mobbing sowie das Schüler – Lehrer – Verhältnis.

 

Der Referent versuchte diesmal über Impulse aus der Chinesischen Religion (Taoismus) den Jugendlichen mögliche Auswege aufzuzeigen. Dass man zum Beispiel: »das Heute leben muss«; WU WEI=»Tun durch Nichts Tun« bzw. 30 Minuten am Tag Power–Napping = »Kraftschlaf« betreiben soll.

 

Das freiwillige Ausprobieren war besonders ergreifend: in der Aula herrschte 10 Minuten lang völlige Stille – der ein oder andere Schüler wird garantiert eine der vielen Anregungen zu Hause weiter ausprobieren bzw. für sein Leben übernehmen.

Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung war zweifelsohne die Eröffnung der Ausstellung »Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos«, die den Schülern des GSG für die nächsten 4 Wochen zur Verfügung steht.

Die Schüler und Lehramtsstudenten der UNI Leipzig danken für diese gelungene und bereichernde  Veranstaltung!